Erste Bastelstunde - Die Anfänge des pee.win - Sensors

Zusammenfassung

Die Entwicklung des pee.win Sensors war herausfordernd - auf verschiedenen Ebenen. Neben der Elektronik ist das wasserdichte absichern des Gehäuses die große Herausforderung. Die Story hier beschreibt die Anfänge unserer Aktionen, die rückblickend äußerst laienhaft war. In Teil 2 zeigt Berni dann fundiert auf, wie man es richtig angeht. Wir möchten die Zeit dennoch nicht missen. Sie war spannend und extrem lustig. Aber seht selbst...

Unser erster Prototyp

Die Hardware - Unsere ersten Platinen waren SensorTags von Texas Instruments. Nachdem wir festgestellt hatten, dass die Umgebungs- Temperatursensoren auf den Bluetooth Chips zu träge für unsere Anforderungen waren, mussten wir uns nach neuen Möglichkeiten umsehen. Natürlich wollten wir auch nicht direkt mit einem eigenen Board starten. Hier fehlte das Kapital und das Know How. Die SensorTags waren für erste PoCs ideal. Die Kosten waren überschaubar und die Anzahl an Sensoren für unseren Zweck optimal. Auch das Thema schnelle Verfügbarkeit war ein wichtiger Punkt für uns. Bei Reichelt im Onlineshop wurden wir zu günstigen Konditionen fündig. 

Das Casing - Problematischer als die Auswahl des passenden Demo- Boards gestaltete sich die Sache mit dem (wasserdichten) Gehäuse. Wir hatten uns verschiedene Szenarien ausgedacht:

Am Ende hatten wir uns für die dreckigste Art entschieden - Silikon aus dem Baumarkt. Da wir den IR- Temperatursensor für unsere Pipi Messung benutzen, mussten wir diesen Bereich besonders behandeln. Wir haben uns dazu entschieden den SensorTag in seinem Gehäuse zu belassen und über den IR Sensor eine sehr dünne Plastikplatte zu setzen. Der Sensor sollte so die Oberflächentemperatur des Plastiks messen und nach Möglichkeit schnell wieder dessen Abkühlung. Wir waren gespannt wie die Flitzebogen. Die erste Version benötigte ewig zum Trocknen. Dann kam der erste große Moment. Der Test unter fließendem Wasser. Und in der Tat... es funktionierte.

Temperaturkurve des IR Sensors in der SensorTag App unter Wasser. Die signifikanten Temperaturveränderungen waren erkennbar.

Temperaturkurve des IR Sensors in der SensorTag App unter Wasser. Die signifikanten Temperaturveränderungen waren erkennbar.

Fertiger Prototyp auf Urinalmatte mit SensorTag, Silikonschicht und Brandinglayer. 

Fertiger Prototyp auf Urinalmatte mit SensorTag, Silikonschicht und Brandinglayer. 

Erster Einsatz

Die erste Version des Prototyps ging dann Ende 2014 auf der Weihnachtsfeier unserer damaligen Firma in der turmBAR in Heidelberg in den Test. Im Endeffekt muss man sagen, dass es immer wieder zu den wichtigsten Grundsätzen gehört seine fertigen Werkzeuge live und unter echten Bedingungen zu testen. So fanden wir bei den Tests folgendes heraus:

  1. Mädels haben ein ungeheures Interesse an dem Thema. Es kommt der voyeuristische Zug eines jeden Menschen zum Vorschein. Ganz konkret wurden den Teilnehmern von vor den Toiletten wartenden Ladys die Handys abgenommen und Wetten abgeschlossen auf den vermeintlichen Sieger ("Wer kann am längsten").
  2. Das Spritzverhalten des Gehäuses war nicht optimal. Beinahe alle Teilnehmer klagten bei entsprechendem Druck über versprenkelte Hosen. 
  3. Last but not least - Es funktionierte. Wir konnten nachweisen, dass das Spielprinzip wirklich Spaß bringt und die Leute teilnehmen.

Den Sensor haben wir im Anschluss wieder abgebaut, gereinigt und hinsichtlich des Spritzverhaltens weiter optimiert. Am Ende montierten wir das Ende eines Plastiklöffels über den Sensor, versehen mit einem Loch. Für die weiteren Versuche war das völlig ausreichend.